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Keine Angst vor Wespen!
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Viele Menschen haben Angst vor Wespen. Dazu tragen allergiebedingte Todesfälle, der für die Nestverteidigung eingesetzte Giftstachel, das im Herbst oft aufdringliche Umsurren unserer Nahrung und die gelb-schwarze Färbung bei. Die Angst kann jedoch gemindert werden, wenn man die Wespen näher kennt. Wespen gehören wie Ameisen und Bienen zur Insektenordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Sie bilden Staaten mit einer Königin und vielen Arbeiterinnen. Weil die Flügel in Ruhe der Länge nach zusammengefaltet werden, nennt man sie Faltenwespen. |
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Wie leben Wespen? |
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Wespen leben als Völker ähnlich wie Honigbienen, mit denen sie auch verwandt sind. Wespenvölker leben jedoch nur eine Saison lang. Ab Anfang Mai beginnt die aus der Winterstarre erwachte Königin an einem geschützten Ort mit dem Nestbau und legt die ersten Eier in die frisch gebauten Waben. In jede Zelle legt sie ein Ei. |
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Die Zellen der Wespen- und Hornissenwaben sind sechseckig, wie diejenige der Bienen. Diese Form gibt bei geringstem Materialverbrauch die höchste Stabilität. Wespen- und Hornissennester sind aus einem papierähnlichen Material bestehend aus morschem oder verwittertem Holz vermischt mit Speichel gebaut. Bienenwaben sind aus Wachs, den die Bienen in speziellen Hautdrüsen produzieren. |
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Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 5 Tagen Larven, welche circa 2 Wochen fressen und wachsen, dann ihre Zellen mit einem Deckel verschliessen und sich verpuppen. Nach weiteren 2 Wochen schlüpfen aus diesen Zellen ausgewachsene Wespen-Arbeiterinnen (sterile Weibchen). Diese helfen der Königin beim Nestbau und Futterholen. Es werden immer mehr Waben gebaut und immer mehr Arbeiterinnen schlüpfen, so dass sich die Königin nur noch mit dem Eierlegen beschäftigt. Die Arbeiterinnen übernehmen alle anderen Aufgaben: Nestbau, Futtersuche, Larven- und Königinnenpflege, Bewachen des Nestes. |
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Um die erste Hülle wird eine zweite gebaut. Die Luftschicht dazwischen dient als Dämmung und hält das Klima im Nest konstant. Je grösser das Volk wird, desto mehr Waben werden angebaut und desto grösser wird die äussere Hülle. Die innerste Schicht der Hülle wird jeweils wieder abgebaut, damit weitere Waben angebaut werden können. |
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In die frei gewordenen Waben hat die Königin neue Eier gelegt. Aus ihnen schlüpfen nach wenigen Tagen die Larven der "zweiten Generation". Die Waben sind wahre Wunderwerke der Natur und die sechseckige Form der Zellen ist extrem Platz- und Materialsparend. Es wird kein Zwischenraum vergeudet. Weil die Waben mit der Öffnung nach unten im Nest hängen, reagieren alle Wespenarten sehr aggressiv, wenn das Nest erschüttert wird. Fallen die Larven nämlich aus ihrer Zelle, können sie nicht mehr zurück und müssen sterben.
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Der Wespenstich - Gefährlich? |
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"3 Hornissenstiche töten einen Menschen, 7 ein Pferd". Diese Aussage wurde schon längst widerlegt. Unter den 9 in Mitteleuropa vorkommenden Faltenwespenarten ist die Hornisse die grösste. Hornissenstiche sind nicht gefährlicher als Stiche von anderen Wespenarten oder Bienen. Ein gesunder, nicht gegen Wespengift allergischer Mensch müsste von hunderten von Hornissen, Wespen oder Bienen gestochen werden, um in Lebensgefahr zu geraten. Wespen können ihren hohlen Stachel mit feinen Widerhaken im Gegensatz zu den Bienen mehrmals einsetzen. Stiche sind schmerzhaft und verursachen meist innerhalb von 15 Minuten eine je nach Empfindlichkeit und Einstichstelle schwache oder stärkere Schwellung. Sie sind für einen gesunden Menschen aber ohne weiteres zu verkraften. Der beim Stich freigesetzte Giftgeruch alarmiert augenblicklich benachbarte Wespen. Eine rasche Flucht ist ratsam, wenn Sie in Nestnähe gestochen wurden! Allergiker - Leute mit einer Überempfindlichkeitsreaktion auf Insektengifte - können lebensbedrohende Symptome wie übermässige Schwellung, Hautrötungen, Kribbeln am ganzen Körper, Atembeschwerden und Kreislaufprobleme in unterschiedlicher Heftigkeit zeigen. Hier sollte der Grad der Empfindlichkeit durch einen Arzt ermittelt werden, damit die betreffende Person informiert ist, wie sie bei einem Stich reagieren muss. Unter Umständen ist es möglich, die allergischen Reaktionen durch Desensibilisierung abzubauen. Auch Nichtallergiker sind bei Stichen im Rachenbereich durch die folgende Schwellung und Atemnot gefährdet. Lebensbedrohende Situationen sind jedoch sehr selten. Jedes Jahr kommt es in der Schweiz zu durchschnittlich 3-4 Todesfällen wegen Wespen- oder Bienenstichen. Eine Insektengiftallergie ist nicht vererbbar.
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